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Südtirol Jazzfestival Alto Adige 201025. Juni bis 4. Juli
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17.02.2010 - 09:14
Orchestrion - das Projekt (Teil 2) Das neue ORCHESTRION Einige Jahre lang habe ich versucht, Erfinder und talentierte Techniker aus dem ganzen Land um mich zu scharen und sie mit dem Bau von Maschinen beauftragt, die akustische Töne produzieren sollten, um sie als eine Art modernen Orchestrions einzusetzen. In den letzten Jahren hat eine kleine Gruppe von Musikern dasselbe versucht – nicht zuletzt auch dank der neuen Möglichkeiten der Technologie und vor allem der Entwicklung der Zylinderspulen. Ein Großteil der Experimente und Forschungsvorhaben in diesem Bereich kommen einzig und allein zustande, um bestimmte musikalische Resultate zu erlangen – ich zumindest arbeite nur mit diesem Ziel vor Augen. Im weiteren Sinne ist das gesamte Gebiet noch relativ unerforscht. Überhaupt jetzt, da bereits 10 Jahre seit Anbruch des neuen Jahrtausends vergangen sind, finde ich, ist der Moment ideal, um etwas tief mit der Realität dieser Zeit verbundenes zu produzieren, indem wir das Beste aus der Vergangenheit mit dem Potential der Zukunft verbinden. Der Kontext ist im Rahmen dieses Projektes extrem wichtig. Ich habe immer schon traditionelle Formationen – Solo, Duo, Trio, Quartett, etc. – geschätzt, und werde dies auch weiterhin tun. Andererseits habe ich auch den Drang, diesen abgelegenen Winkel der instrumentalen Tradition zu erforschen; es war weder besser noch schlechter als andere Formationen, in denen ich gespielt habe, aber ich habe für mich selbst viel Neues und Aufregendes entdeckt. Eines der Merkmale der Jazztradition ist die Art, in der Formen willkürlich an einen neuen musikalischen Kontext angepasst werden. So entstehen ständig neue Interpretationsräume für Komponisten und Musiker. Diese Suche nach Veränderung und die Art, in der so viele unermüdliche Geister Brücken zwischen den Wurzeln der Form und den neuen Möglichkeiten ihrer Zeit zu schlagen wussten, ist ein Element, das mich stark inspiriert und Schlüsselpunkte in der Entwicklung der Musik markiert. Jazzmusiker waren häufig die Pioniere im Erproben neuer Techniken und Klänge. Neue musikalische Kombinationen und technologischer Fortschritt – die Entwicklung stieß im Jazz stets auf fruchtbaren Boden (das Schlagzeug, die Verwendung des Saxophons, die Modifizierung und Anpassung klassischer europäischer Instrumente, die E-Gitarre, etc.). Diese ständige Suche und die Erkundung tiefer gehender und wertvollerer Inhalte machen die Geschichte des Jazz zu einer aufregenden Reise. Wie es mir oft genug im Laufe meiner Karriere geschehen ist, wünschte ich mir eine Situation, die sich in diese lange Tradition einpassen würde und wollte gleichzeitig unbedingt eine Methode finden, um diesen Impuls mit den Möglichkeiten der heutigen Zeit zu verbinden und etwas zu schaffen, das nur jetzt, im Jahr 2010, geschehen kann. Ray Kurzweil, einer der wohl größten Visionäre unserer Zeit, wurde kürzlich um einen Kommentar zu seiner Arbeit im Bereich der künstlichen Intelligenz gebeten. Seine Antwort war einfach und erleuchtend: Seit je her erlauben uns neue Instrumente, unsere Grenzen auszuweiten. In meinem Leben als Musiker hatte ich nie Platz für anderes als musikalische Tiefe, die sich aus meinen Lebenserfahrungen nährt und Geist und Seele in den Mittelpunkt stellt. So wurde ich der Künstler, der ich immer schon sein wollte. Ich sage immer, dass gute Musik einfach gute Musik ist, ganz gleich, ob akustisch oder anders gespielt, ob mit einem billigen Instrument oder einem teuren Supercomputer produziert. Ist gute Musik einmal entdeckt, scheint sie den Hörer ungeachtet ihrer Herkunft stets über ihren bloßen konkreten Wert hinauszuführen. Während meiner Forschung stieß ich des Öfteren auf Fragen, unterschiedliche Sichtweisen, oder gar neue Instrumente, die es mir erlaubten, mich ermutigten, mich zwangen, mich selbst als Musiker neuen Herausforderungen zu stellen. Als ich nach und nach von den verschiedenen Erfindern meine Instrumente erhielt, war es eine besonders große, aber ebenso anspornende Herausforderung, für derartige Instrumente Musik zu schreiben und ihr Potential auszuschöpfen. Ich freue mich wirklich darauf, dieses neue Projekt vorstellen zu dürfen. Es ist mit Sicherheit etwas Einzigartiges. Während des Studiums und der Entwicklung der Instrumente und der Musik, die man damit schaffen kann, habe ich enorm viel gelernt. Ich habe Noten produziert, die ich bisher nicht einmal kannte! Aber die wahre Überraschung war die Erkenntnis, was die Musik in mir bewirkte. In ihr habe ich neue Gefilde entdeckt, die ich meinen Zuhörern eröffnen und mit ihnen teilen möchte. Pat Metheny Januar 2010 Textkommentare
miusic » 22.02.2010 - 12:02
klingt echt spannend! ich freu mich auf mittwoch!
Maddog » 18.02.2010 - 11:40
Il progetto di Metheny sembra estremamente affascinante e ambizioso, mi incuriosisce molto. Grazie per averlo portato a Bolzano! Zurück |
Aussergewönlich, war wirklich ein super Konzert, hat mir wahnsinnig gut gefallen!!!