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Südtirol Jazzfestival Alto Adige 2010

25. Juni bis 4. Juli


Das Südtirol Jazzfestival Alto Adige dehnt sich immer weiter über das ganze Land aus. Heuer kommt der Vinschgau als Austragungsort neu dazu, landesweit finden nahezu 100 Konzerte statt. Doch es geht nicht darum Rekorde aufzustellen: Vielmehr ist die weitere Verbreiterung des Festivals Ausdruck des großen Interesses von Seiten der Bevölkerung und des Willens der Partner und Institutionen, an diesem Projekt mitzumachen.
Von Burgeis bis in die Fanes, von Sterzing bis Margreid spielen an zehn Tagen 250 Musiker aus 16 Nationen in Städten und Dörfern, auf Almen und Schutzhütten auf Weingütern und Schlössern und bringen Festivalstimmung ins ganze Land. Damit ist die Veranstaltung nicht nur für Südtirol einzigartig, sondern auch mit kaum einem anderen Festival vergleichbar. Neben den eintrittspflichtigen Konzerten werden auch heuer wieder zahlreiche Veranstaltungen gratis angeboten, um so noch mehr Menschen zu erreichen.
Das Programm des Festivals ist wie immer breit gefächert mit den Stars der internationalen Szene aber auch mit vielen jungen Talenten. Die lokalen Musiker haben wieder zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten und es wurden größere Projektaufträge vergeben. Auch an den Nachwuchs ist gedacht: So bekommen die Schüler/Innen der Südtiroler Institute für Musikerziehung Gelegenheit beim Festival zu spielen. Sowohl von der Musik als auch vom Ambiente dürfte also für jeden Geschmack etwas dabei sein und ich wünsche allen Festivalbesuchern aus dem In- und Ausland genussvolle Tage.

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Archivdaten 2009 Archivdaten 2008 1982 bis 2007 PDF: 1.4 MB

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17.02.2010 - 09:14
Orchestrion - das Projekt (Teil 2)

Das neue ORCHESTRION

Einige Jahre lang habe ich versucht, Erfinder und talentierte Techniker aus dem ganzen Land um mich zu scharen und sie mit dem Bau von Maschinen beauftragt, die akustische Töne produzieren sollten, um sie als eine Art modernen Orchestrions einzusetzen.

In den letzten Jahren hat eine kleine Gruppe von Musikern dasselbe versucht – nicht zuletzt auch dank der neuen Möglichkeiten der Technologie und vor allem der Entwicklung der Zylinderspulen. Ein Großteil der Experimente und Forschungsvorhaben in diesem Bereich kommen einzig und allein zustande, um bestimmte musikalische Resultate zu erlangen – ich zumindest arbeite nur mit diesem Ziel vor Augen.

Im weiteren Sinne ist das gesamte Gebiet noch relativ unerforscht. Überhaupt jetzt, da bereits 10 Jahre seit Anbruch des neuen Jahrtausends vergangen sind, finde ich, ist der Moment ideal, um etwas tief mit der Realität dieser Zeit verbundenes zu produzieren, indem wir das Beste aus der Vergangenheit mit dem Potential der Zukunft verbinden. Der Kontext ist im Rahmen dieses Projektes extrem wichtig. Ich habe immer schon traditionelle Formationen – Solo, Duo, Trio, Quartett, etc. – geschätzt, und werde dies auch weiterhin tun. Andererseits habe ich auch den Drang, diesen abgelegenen Winkel der instrumentalen Tradition zu erforschen; es war weder besser noch schlechter als andere Formationen, in denen ich gespielt habe, aber ich habe für mich selbst viel Neues und Aufregendes entdeckt.

Eines der Merkmale der Jazztradition ist die Art, in der Formen willkürlich an einen neuen musikalischen Kontext angepasst werden. So entstehen ständig neue Interpretationsräume für Komponisten und Musiker. Diese Suche nach Veränderung und die Art, in der so viele unermüdliche Geister Brücken zwischen den Wurzeln der Form und den neuen Möglichkeiten ihrer Zeit zu schlagen wussten, ist ein Element, das mich stark inspiriert und Schlüsselpunkte in der Entwicklung der Musik markiert.

Jazzmusiker waren häufig die Pioniere im Erproben neuer Techniken und Klänge. Neue musikalische Kombinationen und technologischer Fortschritt – die Entwicklung stieß im Jazz stets auf fruchtbaren Boden (das Schlagzeug, die Verwendung des Saxophons, die Modifizierung und Anpassung klassischer europäischer Instrumente, die E-Gitarre, etc.). Diese ständige Suche und die Erkundung tiefer gehender und wertvollerer Inhalte machen die Geschichte des Jazz zu einer aufregenden Reise.

Wie es mir oft genug im Laufe meiner Karriere geschehen ist, wünschte ich mir eine Situation, die sich in diese lange Tradition einpassen würde und wollte gleichzeitig unbedingt eine Methode finden, um diesen Impuls mit den Möglichkeiten der heutigen Zeit zu verbinden und etwas zu schaffen, das nur jetzt, im Jahr 2010, geschehen kann.

Ray Kurzweil, einer der wohl größten Visionäre unserer Zeit, wurde kürzlich um einen Kommentar zu seiner Arbeit im Bereich der künstlichen Intelligenz gebeten. Seine Antwort war einfach und erleuchtend: Seit je her erlauben uns neue Instrumente, unsere Grenzen auszuweiten.
In meinem Leben als Musiker hatte ich nie Platz für anderes als musikalische Tiefe, die sich aus meinen Lebenserfahrungen nährt und Geist und Seele in den Mittelpunkt stellt. So wurde ich der Künstler, der ich immer schon sein wollte. Ich sage immer, dass gute Musik einfach gute Musik ist, ganz gleich, ob akustisch oder anders gespielt, ob mit einem billigen Instrument oder einem teuren Supercomputer produziert. Ist gute Musik einmal entdeckt, scheint sie den Hörer ungeachtet ihrer Herkunft stets über ihren bloßen konkreten Wert hinauszuführen. Während meiner Forschung stieß ich des Öfteren auf Fragen, unterschiedliche Sichtweisen, oder gar neue Instrumente, die es mir erlaubten, mich ermutigten, mich zwangen, mich selbst als Musiker neuen Herausforderungen zu stellen.
Als ich nach und nach von den verschiedenen Erfindern meine Instrumente erhielt, war es eine besonders große, aber ebenso anspornende Herausforderung, für derartige Instrumente Musik zu schreiben und ihr Potential auszuschöpfen. Ich freue mich wirklich darauf, dieses neue Projekt vorstellen zu dürfen. Es ist mit Sicherheit etwas Einzigartiges. Während des Studiums und der Entwicklung der Instrumente und der Musik, die man damit schaffen kann, habe ich enorm viel gelernt. Ich habe Noten produziert, die ich bisher nicht einmal kannte! Aber die wahre Überraschung war die Erkenntnis, was die Musik in mir bewirkte. In ihr habe ich neue Gefilde entdeckt, die ich meinen Zuhörern eröffnen und mit ihnen teilen möchte.


Pat Metheny
Januar 2010


Textkommentare




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MI » 25.02.2010 - 22:55

Aussergewönlich, war wirklich ein super Konzert, hat mir wahnsinnig gut gefallen!!!

miusic » 22.02.2010 - 12:02

klingt echt spannend! ich freu mich auf mittwoch!

Maddog » 18.02.2010 - 11:40

Il progetto di Metheny sembra estremamente affascinante e ambizioso, mi incuriosisce molto. Grazie per averlo portato a Bolzano!




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